Zwischenmeldung

Leider hat mich eine Erkältung lahm gelegt. Fortsetzung des Reiseblogs muß noch warten…sorry.
Normandie 2019

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Reise in die Normandie (1)

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Wie nach Reisen sich Kopf und Körper, Geist und Seele erstmal wieder sortieren müssen. Wie schön ankommen ist, wie aber das Verlassene aber auch gleich wieder vermißt wird. Die französischen Lebensmittel, die die Küche füllen, der halb ausgepackte Koffer (erstmal nur das Wichtigste entnommen), unsere Ankunft im Regen, das Haus eiskalt, aber vertraut. Ich fiel ins Bett, 2220 Kilometer gefahren. (Hin/zurück und rum)
Und dazwischen erfahren, daß Peter Handke den Literaturnobelpreis bekommen hat (womit ich überhaupt nicht gerechnet habe) und Greta Thunberg den Friedensnobelpreis nicht bekommen hat (was mir ziemlich klar war).

Ja so eine Fahrt in den Westen ist lang. Wir machten das in zwei Etappen, übernachteten zwischendurch im Pott in einer Ferienwohnung im achten Stock eines Hochhauses. (Gigantischer Blick) Eine halbe Stunde länger hell als bei uns.
Wiedersehen mit meinen „in-laws“, intensive Umarmungen, Küsse, Freude.

How you have to sort out your head and body, mind and soul after traveling. How beautiful it is to come home, but how the left behind is already much missed. The French food that fills the kitchen, the half-unpacked suitcase (taking out only the most important things) after our arrival in the rain, the house ice-cold, but familiar. I fell into bed, after driving 2220 kilometers. (Back / forth and around)
And in between I learned that Peter Handke has received the Nobel Prize for Literature (which I did not expect at all) and Greta Thunberg did not get the Nobel Peace Prize (which was pretty clear to me).

Yes, such a trip to the west is long. We did this in two stages, spent the night in the “Pott”, in a holiday apartment on the eighth floor of a high-rise building. (Gigantic look)
Reunion with my „in-laws“, intense hugs, kisses, nice to see each other again.

Am nächsten Morgen dann Teil zwei der Fahrt, gottseidank kürzer und auch weniger staureich.
Gemietet hatten wir ein Haus, in Spuckweite vom Strand, unser Check-in war unproblematisch, wir gingen nämlich sozusagen einfach hinein und kamen an.
Ah, oui, j’adore…dachte ich nur, ließ mich auf einen Diwan fallen, direkt neben dem Buchregal und war begeistert. (Mein erster Blick fiel auf den Buchtitel „Embrasser le ciel immense“*.) Riesiges Haus, sauber, wunderschön eingerichtet, gemütlich, hell, freundlich, mit Garten. Unten große Küche in einen Wohnbereich übergehend (mit abgetrennter Lese-Ecke), gigantischem Esstisch, großen Fenstern. Oben drei entzückende Schlafzimmer und ein Bad. Alles versehen mit unglaublich schönen antiken Einbauschränken. Eine gelungene Mischung aus alt, neu und renoviert. Diese Großzügigkeit anderer Menschen: „Hier, mein Haus darf für eine Weile euch gehören.“ Und das zu einem Preis für das man in London nicht mal ein Hotelzimmerchen bekäme.
Normandie 2019 Und natürlich Frankreich! Gibt es etwas unkomplizierteres als das? Ich hatte vergessen wie sehr ich es mag. Normandie 2019
Ich finde die Gegend in der wir waren (um die beiden Caps herum: blanc nez und nez gris, also weiße und graue Nase) ist etwas Besonderes. Sie ist für mich die Verkörperung der Dualitäten: friedlich liegt sie da, doch ihre Kriegsvergangenheit ist überall spürbar.
Urfranzösich, doch mit Blick auf England und die weißen Klippen erzählen mir von l’amour toujours, meiner ever lasting love.
Entre deux caps, entre deux pays Leben wie Gott in Frankreich, doch allgegenwärtig auch der Tod. Deswegen nicke ich dem kleinen passenden Friedhof freundlich zu, den ich von meinem Schlafzimmerfenster aus sehen kann. Dahinter die Dünen und das Meer. Ich öffne das Fenster: Wind, Brandung, Möwenrufe. Normandie 2019

The next morning then part two of the trip, thank God shorter and less delays.
We had rented a house, in short distance from the beach, our check-in was unproblematic, we went in, so to speak, just in and settled down.
Ah, oui, j’adore … I just thought, dropped onto a divan, right next to the bookshelf and was thrilled. (My first look was on the title „Embrasser le ciel immense“ *). Huge house, clean, beautifully decorated, cozy, bright, friendly, with garden. Downstairs a big kitchen going over into a living room area (with separate reading corner), gigantic dining table, large windows. Upstairs three adorable bedrooms and a bathroom. Everything is equipped with incredibly beautiful antique wardrobes. A successful mix of old, new and renovated. The generosity of other people: „Here, my house may belong to you for a while.“ And for a price one would not even get a plain hotel room in London.

And of course France! Is there anything less complicated than that? I forgot how much I liked it.
I think the area we were in (around the two caps: blanc nez and gris nez, white and gray nose) is something special. It is for me the embodiment of duality: peaceful it is, but its war past is everywhere felt. Original French, but with views on England and the white cliffs telling me about l’amour toujours, my ever lasting love.
Life like God in France, but also ubiquitous death. That’s why I kindly nod to the small, fitting cemetery that I can see from my bedroom window. Behind it the dunes and the sea. I open the window: wind, surf, gull-calls.

Normandie 2019 Stürmisch war es und nicht gerade warm zu nennen. Und die Wettervorhersage verhieß nichts Gutes. Dennoch fuhren wir gleich mal die Gegend erkunden. Noch lag das Meer grau da und erst am nächsten Tag in der Sonne gelangen uns die wirklich guten Fotos. Normandie 2019
Hier blickt S. auf die Landschaft und versucht in der Ferne England zu erkennen.
Das nächste Foto hat sie gemacht.
Normandie 2019 Man kriegt so eine Landschaft nie über. Selbst wenn man selber in Meeresnähe lebt. Normandie 2019
Normandie 2019 Normandie 2019

Morgen meer mehr…

*Buch von Daniel Tammet. Wer tiefer einsteigen möchte in seine Welt, hier ein ganz guter Anfang.
Lustig finde ich, wie der Titel (den riesigen Himmel umarmen) auch wieder die Energie dieses Ortes widerspiegelt: der Himmel über dem Meer ist riesig, das Bild wieder ein Symbol des Todes. Und ein englischer Autor, ein französisches Buch. Und dann für mich noch: mein Kind ist ebenfalls eine Synästhetikerin, genau wie Daniel.

* Book by Daniel Tammet. If you want to go deeper into his world, here is a very good start.
Funny how the title (embracing the huge sky) also reflects the energy of this place: the sky over the sea is huge, the picture again a symbol of death. An English author, a French book. And then for me: my child is also a synaesthetist, just like Daniel.

Zweiter Tag im Oktober

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Immer wenn ich in Rostock im Buchladen bin, blättere ich durch den Kinfolk Bildband. Zum Kaufen ist der mir zu teuer, aber noch mehr: ich brauche den nicht.
Rostock 9 2019 Eine Frau setzt sich neben mich, wir teilen uns schwesterlich das kleine Buchtischlein, sie ist mir sofort sympathisch. Innerhalb von 30 Minuten erzählen wir uns die Geschichte unseres Lesens und unserer Buch(vor)liebe(n). Wundervolles Gespräch, so was fehlt mir. Sie sagt, sie kauft andauernd Kochbücher, aber nicht um danach zu kochen, nur so, weil sie so schön sind. Ich glaube, das geht vielen so. Auch „Hingabe“ wollte ich nicht wirklich kaufen, aber mal reinlesen, wie es denn so auf deutsch rüberkommt.

„The year of the monkey“ habe ich nun ausgelesen und nun ja, wie soll ich sagen. Ich bin zwar ein großer Patti Smith Fan, aber bei diesem Buch hatte ich wirklich das Gefühl, daß sie (uns) eigentlich nichts mehr zu sagen hat. Sie nimmt mich persönlich nicht wirklich mit, weder emotional, noch visionär. Alles fließt in einander, der Leser hat keine Ahnung, was Traum ist, was Wirklichkeit; alles bleibt angedeutet, bedeutet aber dann letztlich nichts. Sand, der einem durch die Finger rinnt. Natürlich ein paar sehr sehr starke Momente, selbstredend, die sind da, aber insgesamt hat es mich nur verwirrt. Hinzu kommt, daß ich sie aus irgendeinem Grunde schwer zu lesen finde. Deswegen mal sehen, vielleicht blicke ich auf die deutsche Übersetzung (wann?) dann mal anders.

Über eines war ich erfreut, nämlich die Fotografin Graciela Inturbide in Pattis Buch zu finden. Die habe ich vor 6 Jahren in der Tate Modern gesehen und war sofort begeistert. Es gibt sogar ein Foto von mir vor einem ihrer Bilder. (Der Link unter dem Foto gibt mehr Infos zu ihr preis.)

Aber zurück in die Rostocker Buchhandlung: Auch andere Bücher, in die ich so reinlese, sind es nicht so wirklich und ich brauche echt auch nix. Rostock 9 2019
Die angefangenen Bücher Zuhause mahnen auch schon wieder rüber. Und was nehme ich mit nach Frankreich? Auf jeden Fall die Ferrante, trotz Namensüberdruß wollte ich das schon noch mal lesen.

Witzig, aber auch nichts, das man haben muß ist James Balls „Isn’t it ironic?“
Rostock 9 2019 Fragen der Popmusik, die in dem Buch mit einigermaßen großem Ernst beantwortet werden. Dinge wie: Are friends electric? Can you ring my bell? Do they know it’s Xmas time at all?

Aber erstmal einen guten Kaffee und neue Polaroids. Rostock 9 2019
Und ich habe Glück, ich kann sogar noch ein Croissant bekommen, frisch und lecker. Manchmal hat man kleine Wünsche. Ach ja, Gary Numan könnte man tatsächlich mal wieder hören. Aber statt dessen läuft Popscheiß. Immerhin während ich mir die Polaroids zusammen suchte, lief „Concrete jungle“, das höre ich tatsächlich auch „privat“ öfter mal.
Rostock 9 2019 Rostock 9 2019

Auf dem Rückweg machen wir kurz Halt an Peacethen, ich meine an der Warnow.
Schwäne sind tricky, sie wirken so friedlich und können aber wirklich auch echt aggressiv werden.
Schwan in SchwaanDer hier ist angenehm weit weg und scheucht nur die Enten am nächsten Steg auf.

 

Sechsundzwanzigster Tag im September

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Da ist es! Haha! Lange drauf gewartet.
Here it is! Und obwohl mir das Cover diesmal überhaupt nicht gefällt (sieht von Weitem aus wie eine Videocassette mit fotokopiertem Titelblatt), bin ich vom Inhalt sofort gefesselt. Mehr dann, wenn ich es gelesen habe.

Sah dieser Tage den Film „Cold war“, unglaublich faszinierende Bildästhetik in schwarz/weiß. Auch wenn die Geschichte fragmentiert bleibt, machen Musik und Atmosphäre das Ganze zu einem Kunstwerk des Kinos.
Zum Reinschnuppern: hier. Allerdings: Spoileralarm, wer den Film sehen möchte, sollte nur bis 4:00 gucken!

Noch ein paar Berlinimpressionen möchte ich euch nicht vor enthalten. Der polnische Hund guckt sich die Hauptstadt an. Berlin 9 2019
Manche der alten Häusern sind wirklich bezaubernd.
Berlin 9 2019 Berlin 9 2019

 

Manchmal schmunzelt man. “Angst essen Seele auf” ist jetzt 45 Jahre alt und noch immer aktuell.  Berlin 9 2019
Aber daß Hartz4 die Seele auffrißt ist natürlich genauso wahr.

Hier haben (amerikanische) Männer gegessen. Alle haben ihren Salat übergelassen- sagt das was aus? „Fleisch ist mein Gemüse“? (Dieser doofe Spruch.)
Berlin 9 2019 Cafés sind gut, wenn sie interessante Zeitschriften haben. Berlin 9 2019

Ach, dieser Mantel!
Berlin 9 2019 Auch zum Einbruch ist stets auf schicke Kleidung zu achten. Man weiß schließlich nie, wo man danach landen wird. Berlin 9 2019

Skandal! Man verwendet doch heute keine Plastiktüten mehr!
Berlin 9 2019

Angeblich soll es hier mit den besten Kaffee Berlins geben. Ich war allerdings schon mit einem Bein auf dem Nachhauseweg, deswegen muß die Stunde meiner Selbstüberzeugung noch warten. Berlin 9 2019
Was ist bloß mit Godshot gemeint? Ein etwas verstörendes Schild. Nun ja, unterwegs sahen wir einen Laden, der hieß Mörder (und soll auch guten Kaffee haben).

Kaffee gibt es aber auch im Waschsalon. Hier einer im Wedding.
Berlin 9 2019
Warum dieses Bild es in die Flickr Explore Reihe geschafft hat, ist mir mal wieder schleierhaft. Aber nun ja, vielleicht die herrliche Schäbigkeit.

 

 

Vierundzwanzigster Tag im September

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Wieder eine neu(e) entdeckte Zeitschrift.
After breakfast 22.9.19 1 Alles über Kaffee und ein bißchen auch was über London, schöne Läden, Töpfern und das Pilgrm Hotel, dessen Lounge ein Coffee shop ist. After breakfast 22.9.19 2
Jede Ausgabe der “Drift” beschäftigt sich mit einer anderen Stadt. Billig sind diese Magazines nicht, aber hochwertig. Und nahezu ohne Werbung. Und diese sogar printed in Canada, nicht wie sonst immer in China.

Farrow & Ball Manche schönen Dinge sind aber auch umsonst. Wie diese Farbsamplerbroschüre von Farrow & Ball, die zu jeder Farbe auch noch erklärt, warum sie so heißt. Woher Mole’s breath allerdings seinen Namen hat, klärt sich nicht. Und auch nicht, warum das nicht durchsichtig ist. Mole's breath and beyond
Genau meine Farben! Aber es gibt auch noch ein paar buntere. Pink, schreiendes Rot oder fieses Gelb sucht man dort allerdings vergeblich. Gottseidank.

Und sonst noch?
“We are mortal, poetry is not.“ sagte Patti Smith mal, deren neues Buch heute erschienen ist- Hurrah!
Mein Exemplar kommt (hoffentlich) morgen und was ich schon mal als Leseprobe erkundet habe, ist wundervoll.

Apropos poetry:
Polaroids
Die Erde ist blau wie eine Orange…das ist unschlagbar und ein Gedicht von Paul Éluard.
Wunderschön vorgelesen hier.

PS: Der Text zu dem Foto links ist ein anderer, ich habe diese beiden nur nebeneinander gestellt, weil sie so schön zusammen passen.

 

Einundzwanzigster Tag im September

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„Weil die meisten Eheleute am 30. Hochzeitstag noch im Berufsleben stehen, ist es eine schöne Geste, wenn Freunde und Verwandte mithelfen, dem Ehepaar einen entspannten Jubeltag zu bereiten.“ lese ich bei der berühmten Perlenhochzeit.
Berlin September 2019

Es wäre schon schön gewesen, wenn jemand mitgeholfen hätte, uns Murphy an unserem Jubeltag vom Hals zu halten. Aber die sich auftürmenden Hindernisse, die unser geplantes Wochenende in Leipzig zerschossen haben, waren so zahlreich, daß wir hinterher nur noch gelacht haben. Und da hatten wir es dann auch: nach 30 Jahren haben wir immer noch den selben (oft galgigen) Humor, sind immer noch ein unverbrüchliches Team, haben immer noch die gleichen Wertvorstellungen. Und die gleiche Flexibilität.

„A…lecken, dann fahren wir jetzt eben nur für einen Tag nach Berlin!“ Gesagt getan. Ok, Autobahn gesperrt. Egal, außen rum. Schafskäse in Wolfslake und auf nach Spandau und dann quer durch die City in Richtung Oderberger, denn da wollte ich meinen mir anvertrauten Ehemann zu einer der besten Tomatensuppen Berlins einladen. Ein Wetterchen wie Seide. Keen Wölkchen am Himmel, 22° und sanfter Wind. Berlin September 2019
“Ich verspreche dir, nur ganz wenige Fotos…” sagte ich und brach die Regel natürlich sofort wieder. Typisch! Kann man süchtig sein nach fotografieren? Falls ja, bin ich es. Und D. is not always amused. But tolerant.
Und lustig, denn unterwegs zitieren wir die Golzow Chronik:
„Wat gefällt Willy denn noch an Ingeborg und wat gefällt Ingeborg denn noch an Willy?“
Er: „Na det se abnimmt jetze…“
Sie: „Weeß ick nich, det er Arbeit hat…“

Nach dem schäbigen Wedding (mal wieder) folgt die schicke Mitte.
Berlin September 2019 “Halt ma an!” rufe ich in der Schlegelstraße und zitiere wieder: „Kiek doch ma die Schlegelstraße runter, eene Absteige nach der anderen.“ Aber heute nicht mehr. Das war damals und stammt aus „Ein Mann will nach oben“.

Aber D. weiß natürlich was gemeint ist. Doch nicht die Absteige ist unser Ziel, sondern ein Café, in dem Fall das nicht sonderlich schöne „Bondi“, aber Cappuccino und frischer O-Saft sind lecker, die Croissants ausgezeichnet. Bedienung, Publikum und Klos eher nicht so. Berlin September 2019

Berlin September 2019 After breakfast. Schon wieder macht die Olle Fotos. Berlin September 2019
Alsdann endlich die Oderbergerstraße. Die Parkplatzengel sind heute auf Draht! Sehr freigiebig, herzlichen Dank! (Unser Berlingo, das zweite Auto links neben dem Schild.)
Berlin September 2019 Und wie gesagt, Tomatensuppe im „Poco Loco“- un poco suerte für nicht mal 4 Euro. Gar nicht verrückt.

Nun werde ich auf der Straße entlassen, Kamera in der Pfote und auf geht’s. D. verdaut derweil ein wenig im Auto und gönnt sich ne kleine Auszeit. Die Oderberger gibt ganz gut was her. Ich bin im Knips-Glück. Berlin September 2019

Berlin September 2019 Berlin September 2019Mehr demnächst noch auf Flickr.

Berlin September 2019 Das Foto mit den beiden Rosen oben stammt auch von dort. Erst später fällt mir auf, daß es ja uns symbolisieren könnte, im Hintergrund das S.- für unser Kind. Berlin September 2019

Was es nicht alles für Ladenschilder gibt.
Berlin September 2019 Berlin September 2019
Und so viele Farben…alles second hand, aber nix für mich.

Ich zuckle weiter und das schöne Spätsommerwetter flüstert: Jetzt ein Eis.
Kauf dich glücklich…soso…
Berlin September 2019 Joghurt und Granatapfel. D. hatte Mascarpone und Erdbeer. Alles köstlich. Und die Spatzen haben die Reste und zanken sich, wie alle Spatzen auf der Welt. Dabei ist auch für sie reichlich gedeckt, bevor die Kellnerin alles abräumt. Berlin September 2019
Überall ist es voll mit happy Hipstern und (meist amerikanischen) tourists, der nahe Mauerpark (Trödel) spült eine wahre Flut von Jungvolk in die umliegenden Straßen und die Draußentische sind ob des Wetters heiß begehrt.
Berlin September 2019 Schließlich wechseln wir die Gegend und landen bei “Zia Maria” auf der Marienburgerstrasse. Dort kostet der Espresso nur einen Euro und die Vogue Italia läd ein zum Durchblättern. Berlin September 2019
Die Sonne brennt schon wirklich ganz gut…dabei ist Herbstanfang!
Schließlich sind wir müde und erledigt, vom vielen Schlemmen und dem Stadtgewirr und sehnen uns ins stille MV zurück.
Aber erst nochmal durch die Stadt.
Die besten Motive verpaßt man, wenn man so im Auto fährt. Aber manche erwischt man dann doch.
Berlin September 2019 Berlin September 2019

Ja, der Tag war dann doch schön. Dreißig Jahre. Als wir heirateten stand noch die Mauer. Allerdings nicht mehr lange. Was für aufregende Zeiten!

 

Neunzehnter Tag im September

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Als mir das hier ins Haus flatterte, war ich direkt erschrocken, wie sehr das an meine eigene Kunst erinnerte.
Ok, natürlich bin ich nicht die Erfinderin von Kreisen in Bildern, aber ich fühlte mich stark erinnert an meine eigenen Arbeiten.
Und fragte mich natürlich mal wieder, warum ich in letzter Zeit aufgehört habe, Collagen zu machen.
Eine Antwort findet sich nicht leicht. Vielleicht weil ich keine Lust habe, noch mehr herzustellen, das dann doch nur in Kisten landet. Auch scheint die Zeit immer so dahin zu rasen, die Tage vergehen und ich komme zu nichts. Und das Bedürfnis für Collagen ist nicht mehr so groß.
4 circle cards

Mit echtem Gewinn habe ich neulich den Alexander Mc Queen Film gesehen (auf Netflix). It's not fashion, it's art
Ein wenig ärgere ich mich darüber, daß ich ihn nicht im Kino gesehen habe. Grandiose Bilder.

Was gäbe ich drum diesen Mantel zu besitzen. Oder ist das ein Umhang?
After Luncheon 2

So gesehen in der “Luncheon”. After Luncheon 1
Nach all den “After breakfast” Fotos, habe ich mal “After dinner” Fotos gemacht.

Ansonsten bin ich immernoch mit dem neu Zuschneiden und Hochladen alter Bilder beschäftigt. Die London b/w Serie kann man sich am besten als „Diashow“ ansehen, denke ich. Hier.
Und da ich am Wochenende in Leipzig sein werde, freue ich mich da auch schon wieder auf das Fotomaterial, das ich danach sichten kann. Das Wetter soll fantastisch werden. Hoffen wir mal, denn die letzten Tage waren für meine Begriffe schon wieder einen Tacken zu herbstlich.

 

Dreizehnter Tag im September

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Oft, sehr oft mußte ich beim Fotografieren an Bill Cunningham denken. Damals lebte er noch.
Lady in blue Ich sah oft Leute mit einem eleganten, schönen Styling. Focussing her
Aber darum ging es mir nicht.
In der Serie „Upstairs/downstairs“ gibt es eine Szene, die mir genauso oft einfiel. Da sagte Georgina, sie glaube nicht mehr an Gott (das war im ersten Weltkrieg und sie war Krankenschwester an der Front). Auf die Frage, woran denn, sagte sie: „I believe in people, how brave and good they are!“
Daran dachte ich oft, wenn ich fotografierte. Und ich hoffe, meine Fotos spiegeln das.
London 2014 s/w London 2014 s/w

Happy shoppers London 2014 s/w

London 2014 s/w Here

Litter lady London 2014 s/w

Mehr auch auf Flickr. Und natürlich auch nochmal hier…(morgen)

Zwölfter Tag im September

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Noch mehr London, noch mehr s/w. Frühstück in Covent Garden.

London 2014 b/w Und dann in den Süden: Brixton und seine Fülle. Immer wieder dankbare Motive. London 2014 b/w
Und endlich mal ist ein Apostroph nicht “deppig”, sondern richtig.

Guckt ihr uns nicht an?
London 2014 b/w Dann gucken wir böse zurück. Irgendwo auf einer der Einkaufsmeilen in der inner City.

Dieses Bild hier, ein quick shot aus dem verregneten Busfenster, hätte ich in Farbe nicht hochgeladen. Zu langweilig. Aber in s/w hat es was. London 2014 b/w

Noch stärker finde ich das hier. Desolates Gebäude, der Regen, die Einsamkeit, das Schäbige. London pur (an manchen Tagen).
London 2014 b/w Jung sein und in Camden Town. London 2014 b/w
No problem with that.

Hier saß ich mal nicht im Bus, sondern auf der kleinen Insel der “Seven dials”. Bei den beiden denke ich oft: Vielleicht waren sie einander vorbestimmt und jetzt sind sie aneinander vorbei gelaufen.
London 2014 b/w Nur mein Foto wird jemals an diese (verpaßte) Gelegenheit erinnern. Aber sie werden es niemals sehen.

What ever next? London 2014 b/w

London 2014 b/w

Mein Lieblingsbild der heutigen Serie. Der Bus steckt mal wieder im Verkehr fest (Picadilly). Zu Fuß wäre man schneller. London 2014 b/w
Aber zu müde…

(Fortsetzung folgt)

 

Elfter Tag im September

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Nanu, was für ein Fotographensterben beginnt denn jetzt? Erst Peter Lindbergh und nun auch noch Robert Frank. Der allerdings ja wirklich schon steinalt war (94).
Seine Bilder Legenden, seine Einstellung zur Fotographie zum Teil sehr interessant.
Mich inspirierte das dazu, meine Londonbilder noch mal durchzusehen und einige davon auf s/w zu setzen. Ich teile gerne…
London 2014 b/w Straßen/Menschenfotographie finde ich immer noch am Interessantesten. Und so hatte ich meinen Fokus in 2014 auch fast immer auf Menschen. London 2014 b/w
In London geht das gut, weil man vom Bus aus zumeist ganz unerkannt fotografieren kann.
London 2014 b/w Viele meiner Bilder entstanden entweder so oder ich saß am Trafalgar Square und tat so, als fotografiere ich die Brunnen (was ich auch tat), aber in Wirklichkeit zoomte ich mir oft interessante Leute ran. London 2014 b/w
Alle diese Fotos sind eigentlich in Farbe gemacht, aber in s/w wirken sie ganz anders. Intensiver.
London 2014 b/w London 2014 b/w

Die lebendigen Straßen von Brixton und niemanden interessiert es, ob ich die Kamera rausholte.
London 2014 b/w Momente mit Unbekannten. London 2014 b/w
Das Leben der Anderen.
London 2014 b/w
Demnächst mehr—