Zweiundzwanzigster Tag im September

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Vorgestern war ich auf der Website von „meiner“ kleinen Wohnung in London und bekam plötzlich eine solche Sehnsucht danach, wieder dort zu sein, daß ich meiner Landlady eine e-mail schrieb und gleichzeitig das Web nach preisgünstigen Flügen durchwühlte.
12 Stunden später hatte ich alles unter Dach und Fach und nun freue ich mich auf einen -sehr kurzen (3 Tage!)- Trip nach London. Der Tag nachdem ich 50 geworden sein werde (ich wollte schon immer mal SO eine grammatikalische Formulierung anwenden) erscheint mir dafür goldrichtig.
Ach ja, 50, der Gedanke ist witzig, irgendwie beflügelnd. Da wird man mal eben so 50. Das ist doch urkomisch. Eben noch war man Kind und fand 30jährige uralt, nun sagt man über jemanden der 30 ist: ach ja, so jung noch (könnte mein Kind sein).
In der (überaus kultigen) Doku „Herr Schmidt und Herr Friedrich“ schreibt Herr Schmidt seinem Liebsten ein Gedicht zum 50sten, beginnend mit der Zeile:
„Das halbe Jahrhundert hast du nun erreicht/was dir gar nicht fiel so leicht…“
Ich fragte mich sofort: Was soll das denn bedeuten? Jemand der, gerade noch so dem Sensenmann entkommen, in die 50 „gegrätscht“ ist? Oder jemand, der das partout nicht wollte, 50 zu werden? Oder geht es nur um den Reim?
Anyway, das Ganze hallt irgendwie immer in meinem Kopf rum.
Auch in der Golzow-Chronik gibt es ein Gedicht zum 50sten. Dort schreibt eine Ehefrau für ihren Mann die folgenden Zeilen:
„Schläfst du beim Fernsehen manchmal ein,
schmerzt heut der Rücken, morgen’s Bein,
wenn du dich fragst: mach ich’s vernünftig,
dann laß dir sagen: du bist fünfzig.“
Beim TV einschlafen hab ich schon mit 20 gemacht, Rückenschmerzen kenne ich schon seit über 30 Jahren, die Beine, nun ja, schweigen wir lieber. Bleibt die Frage nach: mach ich’s vernünftig?
Natürlich nicht, sagt da schon wieder eine Stimme in mir: Kurzflugreisen- ih-bah, du Böse!
Naja, sage ich und weiß keine Verteidigung. Immerhin nicht nach Übersee. Nur ins Land der Aussteiger. Brexit, so ein Unsinn. Aber noch ist es ja nicht so weit, also werde ich auch diesmal Europa nicht verlassen.
Putney Stattdessen werde ich 1,5 h klaustrophobische Enge hinter mich bringen und mich dann durch die Paßkontrolle quälen, langsam, schleichend, um dann mein Köfferchen hinter mir herziehend zum Underground zu dackeln. Dann habe ich eine Stunde Zeit mich auf Lärm und Quirrligkeit vorzubereiten. Hatton Cross, Hounslow Central, Hounslow West, Hounslow East, Osterley usw… Aber ich werde wieder weg sein, bevor mir die Stadt richtig auf den Zeiger gehen wird. Vielleicht fange ich mein altes Spiel wieder an, stelle mir vor, daß der Tag kommen wird, an dem London all seine Probleme lösen wird. Und alle in rosa sind Teil dieser positiven Verschwörung. Bis dahin gilt es auf Schönes zu achten und mich auf die beiden Tates zu freuen. Und mal sehen, ob es diesmal klappt: vor drei Jahren schoß ich aus dem fahrenden Bus ein Foto von diesem Café auf der Tottenham Court Road. Rainy bus ride
In detektivischer Kleinarbeit bekam ich raus, was für ein Café das ist: Tap Coffee.
Das will ich mal aufsuchen. Das Foto fasziniert mich nämlich immer noch. Aber wie immer in London plane ich munter vor mich hin, nur um dann festzustellen, daß mich die Stadt ganz woanders hinführt. (Life is what happens, while London is busy making other plans.)
Heute vor 27 Jahren war ich auch in London. Es war meine Hochzeitsreise. Ich mag den ollen Kauz an meiner Seite immer noch. Sehr sogar. Es ist eben seit 30 Jahren immer derselbe olle, liebenswerte Kauz, obwohl ich zwischendurch nach anderen schrägen Vögeln Ausschau hielt (getreu dem Motto von Nina Hagens Mutter: „Ein Mann ist zu viel für mich und zwei sind viel zu wenig“).
Aber D. ist der einzige, bei dem ich das Gefühl habe, ich kann 100% so sein wie ich bin, ohne daß mir irgendwas irgendwann hintenrum wieder auf’s Butterbrot geschmiert wird. Außerdem haben wir denselben (schwarzen) Humor. Und unser Kind (immerhin schon die Hälfte von unseren fast dreißig gemeinsamen Jahren mit dabei) auch.
Nach London aber fliege ich wie immer alleine. Bin gespannt, in genau 6 Wochen geht es los.
right

Zwanzigster Tag im September

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Hagebutten Das heiße Wetter ist nun durch und es ist angenehm frühherbstlich, ich mag’s. Rostocker Hafen 1

Fotos gucken. Das hab ich schon als Kind gerne gemacht.
„Mami, gib mir doch noch mal die Fotokisten!“ Und dann saß ich einen ganzen Nachmittag da und guckte durch.
My Mother and me
Früher hat man natürlich nicht jeden Kram fotografiert, in erster Linie: Reisen, Familienfeiern und die Entwicklung der Kinder. Die ersten zwei Jahre meines Lebens sind nur schwarz-weiß, dann folgen noch drei weitere Jahre, wo es nur wenige ausgewählte Farbbilder gibt, später ist dann alles durchgehend Farbe, aber die Farben sind oft scheußlich.
Agfa Pocket- ritsch-ratsch, klick.
Und ich saß da und guckte und guckte und konnte mich nicht satt sehen. Am besten gefielen mir Familienbilder, wo ganz viele Leute drauf waren und Bilder von unbekannten Orten, Straßenszenen gerne. „Und wer ist das?!“-„Das, das ist niemand, das sind Fremde, die wir auf Sardinien fotografiert haben.“
Die Bilder meiner Eltern von Sardinien, Formentera und Stromboli fand ich leicht gruselig. Die engen Gassen, die schwarz gekleideten Frauen, Esel, die Vegetation, eine ganz fremde, scheinbar uralte Welt. Schwarzer Sand am Strand oder schwarzes Gestein. Da war ich noch nicht geboren. „Stromboli“, der Film hatte meine Eltern so begeistert, daß sie dort in den frühen 60ern hinfuhren. Meinen Vornamen verdanke ich zwar einem anderen Film, aber auch der Liebe meiner Eltern zu Italien. Das war damals das Größte, Sehnsuchtsorte. Für mich als Kind, sind diese drei Ortsnamen so oft erwähnt worden, daß sie zu einer festen Erinnerung wurden, einem Synonym für all die warmen, lockenden, fremden Orte der Welt. Aber auch Spanien mochten meine Eltern sehr, möglicherweise war Formentera meine erste Auslandsreise, ich (damals 1) erinnere mich nicht mehr. Ich weiß nur, daß es Spanien war, aber ich hab vergessen was, aber ich erinnere mich bis heute, daß ich ganz klein war und irgendwo landete, wo das Licht unheimlich hell war. Mein ganzes Leben lang hab ich dieses Licht geliebt und gesucht. Ich fand genau das Licht dann später wieder: in Andalusien.

Ansonsten sitze ich an Postkarten für mein Projekt. Ich werde vermutlich 10 Stück machen und verschicken. Wenn man einmal anfängt…
Hier zwei Beispielexemplare.
Postcard 1

Postcard2

Vierzehnter Tag im September

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Die letzten heißen Tage des Jahres. Traumhaft schön, daß sich der Sommer so verlängert.
Le ciel 7.9.2016 Die Himmelsbilder sind momentan gar nicht einfach, weil eigentlich könnte man immer nur blau fotografieren. Selten so viele rein blaue Himmel nacheinander erlebt, ich bin also momentan immer auf der Suche nach dann doch mal interessanten Wolken(fetzchen).

Ab und an ist dann auch mal was richtig Spannendes los am Himmelsblau. Le ciel 6.9.2016

D., der neulich ein paar Tage an der Ostsee war (und zurück kam und meinte: Wozu eigentlich wegfahren, wenn wir herrliche Plätze direkt um die Ecke haben?), hat einen neuen Strand entdeckt.
Just the sky and the sea Am Wochenende waren wir alle drei da. Einfach nur Meer und Himmel, dieses kleine Glück nutzt sich wirklich nie ab. Gull watching
Was die Silbermöwe denkt, weiß ich nicht, aber vielleicht Ähnliches.

S. kehrte zu einer geliebten Tätigkeit zurück: Steinskulpturen bauen.
Art at the sea

Last summer days
Gut gelaunt fuhren wir alle nach Hause zurück.

Momentan fülle ich meinen Alltag mit einfachen Dingen. Post ist wie immer eine meiner großen Freuden im Leben. Gerade geht mal wieder einiges hin und her. Da sind DVD- und Buchtausch-Päckchen im Gange, da muß jemand mit einer Knie-OP aufgemuntert werden, Swaps und private Swaps geben mir Zeit und Gelegenheit Tütchen zu basteln, Papiere zu bemalen, rumzustempeln und allerlei Kleinkram zu fertigen, der dann irgendwo auf der Welt jemanden (hoffentlich) glücklich machen wird. Irgendwann schreib ich mal ein Buch: „How to make people hapy with mail“.

What's the story behind it
Eine spannende Karte fand sich im Paper Swap vom August. Ich frage mich, was die Geschichte dahinter ist. Anscheinend wurde die Karte nie abgeschickt (1 Cent kostete damals das Porto!). Vielleicht war das geplant und sie wurde dann doch persönlich überreicht. „If you ever need me, call me“. Wer ist die Frau in dem Hotel in NYC und wer hat ihr die Karte schicken wollen? Und warum?
Das Hotel hab ich mir mal angesehen, ein interessantes Gebäude. Broadway, Ecke 72nd Street. Die Vorderseite der Karte zeigt ein Seebad in Kalifornien, gezeichnet, kein Foto. Nach den Bademoden zu schließen war das Anfang des letzten Jahrhunderts.
Daß diese Dinge zuweilen all die Jahre überlebt haben (wer hebt eine Postkarte auf, die nie versendet wurde?) und dann irgendwann sogar den Weg nach Europa finden…
Immer gibt es mir das Gefühl, wenn ich lang drüber nachdenke, was für ein Schatz so etwas doch ist.

Memories: Leipzig April 2015 (7)

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Seifenblasen
Schließlich brach der letzte Tag an.
KarLi von der Tram aus
An dem fand zufälligerweise das KarLi Beben statt, ein jährliches Straßenfest auf der Karl-Liebknecht-Straße.
KarLi Beben
Als ich vormittags dort aufkreuzte, war allerdings noch nicht viel los.
Feinkost Flohmarkt
Das VEB Feinkost ist ein Ort, der auch in Berlin Friederichshain sein könnte: Schön verfallene Altbauten und jede Menge Alternativkultur.
Feinkost Flohmarkt2

Feinkost Flohmarkt4

Feinkost Flohmarkt3
Dort kann man normalerweise essen und es gibt ein paar kleine Läden.
Go green
Wie immer kleine witzige Details.

Ich fand’s nicht allzu spannend und der kleine Flohmarkt gab auch nicht viel her, bis auf zwei allerliebste Fuchs-Buttons, Herr & Frau Fuchs, selbstgemacht von einer jungen Frau.
From Feinkost Flee market
Ich fand besonders apart, wie Herrn Fuchs das Brustfell aus dem Hemd lugt.

Im „„Mrs. Hippie““.
Kleiderbügellampe
Die Kleiderbügellampen fand ich sehenswert und die Infos über die Angestellten auch.
Mrs. Hippie

Das nennt man dann wohl Windkraft. Hihi.
Feinkost

Am Südplatz.
Am Südplatz

Und ich kehrte nochmal zum Abschied ins Café Puschkin ein, trank Erdbeersaft und aß Schafskäse dazu. Lecker. Draußen war es zwar sonnig, aber ganz schön kalt.
Puschkin
Das Puschkin ist definitiv eine Empfehlung, innen wie außen sitzt man sehr gut und isst lecker und nicht zu teuer isses auch.

Striche ziehen
„Striche ziehen“- erst sprach mich nur das Plakat an, dann checkte ich den Trailer aus und fand: Das muß ein guter Film sein. Ganz bestimmt.

Inhalt: „Striche ziehen“ erzählt die Geschichte von fünf Punks aus Weimar, die nach Westberlin ausreisten und 1986 eine spektakuläre Mauerkunstaktion veranstalteten. Einer wurde dabei von DDR-Grenzern geschnappt und landete in Bautzen. Der Film zeigt das Spannungsfeld zwischen Subkultur und Diktatur, erzählt von Freundschaft – und einem Verrat unter Brüdern, der bis heute nachwirkt. Eine Spurensuche und DDR-Archäologie pur!

Wörtersee
Eine kleine, aber feine Buchhandlung ist der/die/das Wörtersee. Hier gibt es neben Büchern auch Lithographien und viele Zeitschriften, sowie spezielle Leipzigbücher, die man sonst nicht findet.

Wieder zurück in Leipzigs Mitte besuchte ich das Forum für Zeitgeschichte mit der Ausstellung zum Thema deutsch-deutsche Geschichte. Umsonst und sehenswert. Besonders nett: Man kann anfangs ein Ticket ziehen mit einem Zeitzeugen und erhält so im Laufe der Ausstellung in kleinen Filmchen weitere Infos über ein persönliches DDR-Bürger-Schicksal. Meine Zeitzeugin war eine Frau, fast so alt wie ich. Ihre Eltern waren beide bei der Stasi, aber sie blieb davon seltsamerweise recht unbeeinflußt. Glücklicherweise war sie noch jung, als die Mauer fiel, somit ist ihr einiges erspart geblieben.
Leipzig City
Von oben runter fotografierte ich den Naschmarkt.
Ich finde Goethe guckt irgendwie sehr amüsiert. Vermutlich mit dem Gedanken: „Mein Leipzsch lob ich mir…“. Verständlich.
Goethe amused

Und wieder ist eine Demo. Diesmal aber geht es um was anderes.
Plakate
Wir sind immer noch das Volk, das engagierte.
Wieder mal ne Demo

So, das war’s aus der wirklich schönen Stadt, die mich absolut positiv überrascht hat. Ich denke, es gibt ein Wiedersehen.
I love Leipzig

Memories: Leipzig April 2015 (6)

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Frühstück mit Büchern
Uwe Johnson, G. scheint den zu mögen, er hat alle Bücher von ihm und ich mußte grinsen, weil es scheint, als würde MeckPomm mich nicht so ganz verlassen haben.
Aber gerade im Zusammenhang mit Salinger (der Film hinterließ mich nachdenklich und der Drang das Buch zu kaufen ließ nicht nach!) fand ich den Johnson besonders interessant, denn es gibt durchaus Gemeinsamkeiten, nämlich das Zurückgezogene.
Das Unseldbuch ist tatsächlich recht aufschlußreich. Ich mochte den Gedanken, daß er immer dachte: Wie kann Uwe nur in diesem öden Sheerness-on-sea leben, einem runtergekommenen Ort ohne große Reize, öde und nichtssagend und sich dann auch noch in einem Keller vergraben, um dort zu schreiben (Parallele zu Salingers Bunker!)?
Doch dann nach seinem Tod, sprach er mit den Locals, die UJ nur als „Charlie“ kannten und sagten „He was a most private man, but we did love him all so much“. Beinah jeden Tag war Charles (er hatte den anderen gesagt, er hieße so) alias Uwe in den Pub gegangen und hatte dort immer am selben Tisch gesessen. War er besetzt, machte man ihm den frei. Er trank immer dasselbe, schrieb in ein Notizbüchlein, fing kein Gespräch an, lehnte aber auch keins ab. Einladungen zu drinks nahm er an, sprach auch manchmal selber welche aus, aber selten.
Niemand wußte, wer er ist. „Some kind of professor I think“, sagte man. Seine Bücher kannte dort kein Mensch. Er war eben „private“.
Obwohl nicht eben als Philantroph bekannt, erfuhr Siegfried Unseld nun, daß sein Freund und Schützling die Beerdigung einer verarmten Frau im Dorf bezahlt hatte und daß er einem gehbehinderten alten Mann seinen letzten großen Wunsch erfüllte: Eine Reise zur Isle of Man.
Mir gefiel das. Dieses andere Leben, dieses Verborgene, dieses Understatement. England ist eben das Land, wo man in Ruhe „Kauz“ sein kann.

Zu Mittag führte mich mein Weg nochmal nach Plagwitz, denn ich wollte unbedingt in der „Vleischerei“, dem angesagtesten veganen Laden Leipzigs, was essen.
Vöner
Weil mir aber ein „Vöner“ zu viel war, bestellte ich nur Pommes. Die sind wohl die besten Pommes in ganz Deutschland.
Die besten Pommes
In Schale gebacken, knusprig, gut gewürzt und mit guter Soßenauswahl. Der Laden war so früh am Mittag noch leer, aber Fülle ist in Leipzig sowieso kein Problem. Etwas, das ich sehr zu schätzen weiß.

Dieser Heizkörper! So einen will ich auch!
Heizkörper
Überhaupt noch so ein leipzigtypisches Ding, das ich sehr mochte: Ganz viele Läden haben noch alte Kachelöfen in ihrem Inneren stehen, sowie die schönsten Art Deco Wandfliesen und alte Parkettböden.

Bis ins Detail witzig:
Scheiszhaus

Felsenkeller
Niedlich finde ich auch diese Kästen. Sonst sind sie überall grau, aus Kunststoff und überaus häßlich: Die Straßenstromkästen. Aber in Leipzig sind sie alt und steinern und ich wünschte oft, sie wären ohne Grafittis und Poster, weil sie wirklich total apart aussehen mit diesem zarten Muster etc..

Plagwitz Wand 1
Ich hatte wie immer Spaß an der Wandgestaltung, den Postern und Décollagen.
Plagwitz Wand 2

Plagwitz Wand 3

Decollage Plagwitz

Um die Ecke von der Vleischerei gibt es eine allerliebste Töpferei im Gartenhaus mit zwei netten gesprächigen Leuten: Josef und Christiane. Ich finde sie haben ein kleines Paradies dort mit dem Gärtchen und den tschiependen Vögeln, mitten in der Stadt.
Töpferei im Gartenhaus
Sie waren gerade dabei für Märkte zu packen. Auch nach MV geht es, allerdings erst im Sommer. Ich fragte, ob sie den Schweriner Töpfermarkt mitmachen würde. Nein, diesjahr nicht. Fast hätte ich eine kleine Kanne dort gekauft, aber ich wollte sie nicht schleppen. Ich hab das dann ziemlich bereut, denn sie war wirklich hübsch und meine alte ist ja nun mittlerweile kaputt. Sollte ich jemals wieder nach Leipzig kommen, werde ich nochmal bei den beiden vorbei schauen.

Mittlerweile ist übrigens der Salinger bei mir angekommen. Ich hab mich selber schließlich doch überreden können und es nicht bereut, das Buch ist großartig. Gerade weil es keine herkömmliche Biographie ist, sondern ein Mix aus vielen verschiedenen Aussagen.
Salinger
Der Teil über den 2. Weltkrieg ist unglaublich und wäre längst nicht so wirkungsvoll, wenn da nicht die vielen Zeitzeugen-Berichte wären. Meiner Meinung nach kann kein normaler Mensch normal bleiben, der das durchgemacht hat, was Salinger durch hatte. Ein Wunder, daß er es überlebt hat.

Den Catcher lese ich nebenbei und ich amüsiere mich prächtig. Nein, er ist wirklich gut, lesenswert, aber niemals in der Übersetzung! Ein non-go. Die „Nine stories“ brauche ich auch mal im Original, das ist ja sonst nicht auszuhalten.

Memories: Leipzig April 2015 (5)

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Alleine reisen. Das hat was, aber es hat auch Schattenseiten.
Allein
Oft lag ich in meinem Bett, mit dem Riß über mir in der Wand vor und neben einem eher nichtssagenden Blumenbild und dem Stuck an der Decke, im Hofgarten Amsel und Brunnen und sinnierte in der Totenstille des Hauses vor mich hin, wie es sein muß, wenn man sich in so eine Wohnung aus dem normalen (geräuschvollen, lebhaften) Alltag zurück zieht in eine Art Klausur mit Stadtanschluß.
Stuhl
Das Herausfordernste ist immer die erste Nacht in einer fremden Wohnung. Ungewohnt und man fühlt sich irgendwie komisch. Ich jedenfalls. Ich kann die Schwingungen fühlen, die einen Ort beherrschen.
Karl-Heine
Ich mußte an F. Henkel von Donnersmarck denken, der sagte, er drehe immer am allerliebsten an Originalschauplätzen, weil sich die Energien dort abgespeichert haben und die das Spiel der Schauspieler beeinflussen. (Er konnte Hubertus Knabe nicht dafür gewinnen, den Film „Das Leben der Anderen“ in Hohenschönhausen drehen zu dürfen.)

Antik Auslage
Leipzig war Entschleunigung, Rückkehr zu alten Werten, eine alte Wohnung in einem alten Viertel mit alten Möbeln und einer Schar alter Bücher.
Zu mieten
Eine gute Übung im Loslassen ist Alleinreisen. Da man niemanden hat, mit dem man alles teilen kann, ist man offener, beweglicher, den Menschen zugewandter, was mir gefällt, weil es mir ohnehin entspricht. Alleine ist man leiser, spürt mehr, sieht mehr, nimmt mehr wahr.
Gegenkino
Meinem Fotoauge gefällt das besonders. Niemals wäre ich in der Lage so viele Details zu fotografieren, wenn jemand an meiner Seite wäre.
Schubladen

Radio blau

Vorsicht

Wo bleibt mein Fahrrad

Dennoch wünschte ich mir gerade in Leipzig jemanden, mit dem ich abends essen gehen könnte. Das wäre meine Idealvorstellung vom Reisen: eigenes Dominzil, eigene Tagesgestaltung und dann am frühen Abend, zwangloses Treffen, Austausch, gemeinsam Essen gehen. Das könnte man ja wochenlang aushalten.
Zwei

Messestadt
Leipzig kommt von dem Wort Lipsia=Linde, deswegen werden gerade sehr viele Linden gepflanzt.
Jede ist jemandem gewidmet. Schöne Idee! Nachahmenswert, finde ich.
Stadtlinde für unsere Mutti
Lipsia, das Wort ist allgegenwärtig in der Stadt.
Lipsi ist übrigens ein Kunsttanz gewesen, „made in GDR“, den man erfand, um Jungendliche vom Tanzen diverser Westtänze abzulenken. (Ulbricht: „Müssen wir denn jeden Dreck, der aus dem Westen kommt mitmachen?“) Ich frage mich allerdings, wer jemals ernsthaft Lipsi getanzt hat.
Lipz
Lipz ist ein lokales Getränk, hergestellt aus Früchten der Umgebung, einzigartig und nur in Mitteldeutschland erhältlich. Beim nächsten Mal muß ich es unbedingt probieren. Allein auch schon wegen der kultigen Flaschen.

Zukunft

Abends saß ich wieder am Küchentisch im Kerzenlicht (es sei denn, ich hab gelesen). Im Hintergrund stapelt sich das Material an Gratiskarten, Flyern und Broschüren, wie immer schleppe ich so was in Mengen nach Hause.
Küchentisch abends
In den Schlaf gleiten in fremden Wohnungen, die einen doch liebevoll aufnehmen. Ich finde das immer wieder beglückend und auch ein wenig fremdartig zugleich. Nie jedoch würde ich mit der Anonymität von Hotelzimmern tauschen wollen.
Abends gegenüber

Memories: Leipzig April 2015 (4)

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Küchentisch
Das Frühstück mit immer wieder anderen Büchern wurde zum Kult in meiner Leipziger Woche. Schließlich ist es ja auch die Stadt der Bücher, nicht wahr?
Als ich Handkes Buch durchblätterte und die Fotos sah, dachte ich, daß ich mir Leipzig früher eher so vorgestellt habe wie dort zu sehen.
Als das Wünschen
Der Witz ist, das ist gar nicht die DDR, ja nicht mal Deutschland, das ist in Frankreich.

Immer wieder staune ich auch darüber, wie bibliophil zuweilen die DDR-Ausgaben waren.
Gedichtband
Ich finde viele dieser Bücher heute in ihrer Schlichtheit ansprechend.
Katzenplanet
Das Gedicht vom Katzenplanet hat mir sehr gefallen. „Keine andere Seligkeit als pelzwarmer Schlaf“.

Apropos Katzen. Ich sah eine Postkarte, auf der ein Hund und eine Katze zu sehen waren. Der Hund hatte eine Denkblase, in der stand: „Sie füttern mich, sie pflegen mich, sie kümmern sich um mich, sie müssen Götter sein!“ Und die Katze hatte eine Denkblase: „Sie füttern mich, sie pflegen mich, sie kümmern sich um mich, ich muß ein Gott sein!“
Der kleine Unterschied.
(Eule war übrigens nicht beleidigt als ich nach Hause kam, sondern außer sich vor Freude.)

Hauptbahnhof
Da so viele Leute vom Hauptbahnhof Leipzigs schwärmen, beschloß ich ihn mir anzusehen. Sehr imposant. Aber der Rest ist mehr oder minder Shopping Mall wie jede andere auch. (Nichts finde ich öder als all diese Zentren, Arkaden, Höfe etc., die alle die gleichen blöden Geschäfte beinhalten, völlig überflüssig, vor allem da Leipzig direkt schräg gegenüber auch noch am Brühl eine fette Shopping Mall hat.) Also bin ich direkt wieder weg.

Vogelrelief
Nettes Detail auf der Waldstraße.
Wandbild
Und noch eins an der Leibnitzstraße.

Goerdelerring
Leipzig ist ohnehin eine Stadt mit markanten Orientierungspunkten. Immer ist irgendwo was Besonderes zu sehen.
Außerdem gibt es gleich 4 Verkehrsknotenpunkte, die einem Umsteigen erleichtern. Der nächste von mir aus (3 Haltestellen) ist der Goerdelerring. Praktisch hier: Steigt man aus, kann man entweder über den weiten Richard-Wagner-Platz gehen mit Bänken und Brunnen und sich dann im Park u.a. eine Statue von Samuel Hahnemann ansehen (dem „Erfinder“ der Homöopathie, der 10 Jahre in Leipzig gelebt hat) oder man geht in die schon erwähnte shopping mall am Brühl, wo es eine ausgezeichnete Eisdiele gibt und von wo aus man sofort auf die Hainstraße gelangt, die ich sehr mag. Sie ist klein, bietet schöne architektonische Ansichten und führt direkt ins Zentrum.
Hinterhof
Selbst da, wo Leipzig noch schäbig ist, ist es dennoch auch wieder schön.

Der Temperatursturz von über 10° geht auf den Kreislauf und ich bin eh erschöpft. Ich beschließe es ruhig angehen zu lassen.
Wieder kreise ich um das Salingerbuch. Kaufen oder nicht. (Es macht mich geradezu verückt, so was.) Bei Amazon gab es böse Kritiken. In der Lehmannschen lese ich wieder hinein. Hmmm jaaaa.
Wieder gehe ich ohne das Buch hinaus.

Überhaupt locken immer wieder Bücher.
Wisch und weg
Auch hier wieder eine besonders schöne Passage, über das Mangeln von Laken. Witzigerweise lese ich bei G. auch das schöne kleine Buch von Kempowski („Weltenschmerz“), wo es auch ein allerliebstes Mangel-Kapitel gibt.
Wisch und weg2

Lerchen
Nein, nicht erst seit veganen Zeiten ist in Leipzig das Essen von Singvögeln verboten. Die Lerche ist deswegen heute eine harmlose (wenn auch hochkalorische) Nascherei.
Ich gönnte mir eine zum Tee.
Küchentisch mit Lerche

Man kann aber auch Eulen haben. Beim „dm“, das Tütchen zu 1,50. Eher meine Hausnummer, weil salzig.
Eulen

Abends dann war ich einigermaßen erschossen und erwägte kurz ins Kino zu gehen. Ich hätte mir Dresens „Als wir träumten“ gerne angesehen. Aber der Film fing erst um 21 Uhr an (viel zu spät für eine Lerche wie mich) und ich wußte nicht, ob und wieviel Werbung er noch hat. Wäre er erst um 23:30 ausgewesen, hätte ich die Tram um 37 nicht mehr bekommen, was bedeutet hätte, warten bis 00:07 auf die nächste (letzte). Und das bei windigen 5°. Das war zu viel und stimmte mich um.
Stattdessen sah ich mir den Salinger-Film auf U Tube an. (Oh ich bin so neidisch auf so ein mega-fixes DSL, ich sehe erstmal den Unterschied) Der Film war ausgezeichnet! Und machte es mir leichter, erstmal auf das Buch zu verzichten. Ich habe es nun am Ende doch bestellt.

Memories: Leipzig April 2015 (3)

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Coffeetable book
Mein Tagesablauf in Leipzig war ziemlich „geregelt“, ich stand jeden Morgen um etwa 6 Uhr auf, kochte Tee, suchte mir ein paar interessante Bücher zusammen (Bildbände über Leipzig, Gedichte mir teilweise unbekannter Autoren), haute mich auf mein Küchensofa und sah zu, wie draußen die Welt Gestalt annahm.
Ein Stück Himmel
An sonnigen Tagen hüllte sich die Küche bald in helles Sonnenlicht, das über den Schrank kroch zu den kleinen Schublädchen: Grieß, Zucker, Mehl, Nudeln, Reis, Graupen. Graupen- ißt man so was heute eigentlich noch? Totenstill war es immer in der Wohnung, ja im ganzen Haus. Ab und an hörte ich die Nachbarin über mir hin und her gehen. Sonst nichts. Draußen Amselgesang, ein Springbrunnen, manchmal, selten, Rufe von Kindern.
Frühstück am dritten Tag
Da ich keine Lust (Kraft) hatte um Einkäufe in meine Wohnung zu schleppen, blieb mein Frühstück meist eintönig: Brote mit Butter und Himbeermarmelade und Dinkelmüsli, denn das hatte ich mitgebracht. Aber das war ok. Wenn etwas gut schmeckt, kann man es ne Weile jeden Tag essen.
Die Schmerzen, die wohlvertrauten, die ich immer habe, zehnfach verschärft aber wenn ich unterwegs bin und mit denen mein Körper mir klagt, daß er nicht mehr dazu taugt viel rumzulaufen, stürzten mich abwechselnd in leichte Verzweiflung und dann wieder in Freude darüber, überhaupt noch laufen zu können. Ich erwog jeden Tag ein Schmerzmittel und ließ es dann doch bleiben. Das sind so die kleinen Triumph-Geschichten im Leben einer „Krücke“ (haha!). Manchmal humpelte ich durch die Straßen und dachte: Ich gebe alles für eine Bank. Dann wieder ging es.
Der Mittwoch wurde der wärmste Tag der Woche. Schon morgens mild und angenehm. Ich fuhr nach Plagwitz raus und fotografierte dort das Umfeld.
Plagwitz 1
Die Kneipe in diesem Haus heißt „Noch besser leben“. Als ich ankam, stand gerade das Ordnungsamt davor und machte sich Notizen.
Natürlich gibt es in Leipzig viele Fahrradläden. Das „Dr. Seltsam“ ist ein Café in dem man gleichzeitig sein Rad reparieren (lassen) kann.
Plagwitz 2

still hungry

Mein Ziel war der Volksbuchladen. Das Ding ist in der Tat sehenswert.
Volksbuchhandlung
Im Schaufenster allerlei DDR-Schrott, alles was man sich vorstellen kann, von den klassischen Hühnerform-Eierbechern aus Plaste bis hin zu Brettspielen, Elektrokrempel, Schildern, Flaschen und wasnichtgar.
Volksbuchhandlung2
Innen ist jeder kleinste Winkel voll mit Buchregalen und Buchkartons, dazu diverse Devotionalien wie Fotos, Postkarten, Alben, Wimpel, Winkelemente, Geld, Maskottchen und Tineff. Und kein Buch West. Nicht eines. Dafür die abgedrehtesten Ostbücher, von der Russischfibel bishin zu „Wie repariere ich meinen Wartburg?“.
Oha. Ich kenne mich nicht aus, bin aber schwer beeindruckt, auch vom Geruch nach altem Kram. Jedes Buch kostet einen Euro, also nehme ich erstmal einen Strittmatter-Gedicht-Band mit. Wenn auch nur so zur Erinnerung. Dann fällt mir wieder ein, daß mir neulich Maxie Wanders „Guten Morgen du Schöne“ wieder einfiel. Das hatte meine Mutter in einer Luchterhandausgabe. Ich hab das nie ganz gelesen, damals war ich (12) auch noch zu jung, aber ich fragte mich, wie ein Mensch nur freiwillig in die DDR gehen kann.
Das Buch beinhaltet Frauenporträts aus der DDR und war sehr beliebt, auch im Westen. Es ist ein schönes Zeitdokument.
Der Besitzer kommt angewackelt. Mein erste Gedanke: Harleyfahrer. Groß, breit, tätowiert, kleine Äuglein, eine demolierte Nase, Lederklamotten und ein breites Grinsen. Sein rötlicher Bart ist zu einem kleinen aparten Zopf geflochten. Ob er was für mich tun könnte?
Ich frage nach dem Buch. Er: „Nee, glaube do mussisch passen, ich gugg abo nomma noach!“
Grinsend kommt er nach 5 Minuten wieder. „Hoite is deen Glüggsdoach!“ Er hat eine gut erhaltende Ausgabe, gebunden, klassisch DDR. 1 Euro. Hurrah!
Gut gelaunt verlasse ich den Laden und kehre in die nahe Bäckerei ein. Wieder etwas, das ich an Leipzig sehr liebe, jede Bäckerei, wirklich jede, hat innen (und fast auch immer außen) Tische und verkauft Heißgetränke aller Art, manchmal sogar einen kleinen Mittagstisch. Ne Soljanka oder ne Thüringer Bratwurst gibt es fast überall. Günstig und lecker sind diese Bäckereien und wahnsinnig freundlich natürlich sowieso.
Guten Morgen du schöne
Ich nehme für 3 Euro (zusammen) einen Kakao mit Sahne und ein Gemüsebrötchen, beides köstlich, dazu die Sonne und ich lese ganz in Ruhe in mein Buch rein. Ein Schild weist mich darauf hin, daß dies die erste Slow Bakery Mitteldeutschlands sei.
Plagwitz3
Leipzig ist extrem entschleunigt und kaum ein Laden, an dem nicht irgendwas dransteht wie „Wir arbeiten nur mit Green energy“ oder „Wir verwenden nur Wasser in Quellwasserqualität“. So dreckig und unökologisch Leipzig mal war, so sehr ist es jetzt ins Gegenteil umgeschlagen. Das nenn ich mal Instant Karma!

Trämst du
Träumst du? Du hättest fast das U vergessen!🙂

Und die Freundlichkeit der Leipziger? Wie schon erwähnt, einmalig, hier ein paar Beispiele:
Eine Frau hält mir am Postkasten den Briefschlitz auf, als sie sieht, daß ich mit einer Postkarte in der Hand angedackelt komme.
Ein Mann im Rollstuhl bietet einer Frau, die etwas ärmlich aussieht und gerade ihre Fahrkarte abstempeln will an, mit ihm umsonst mitzufahren (als Behinderter darf er eine Begleitperson gratis mitnehmen), „dann spor’n sie sich dos Ticket!“
In einer (anderen) Bäckerei bestelle ich mir wieder einen Kakao und als ich ihn ein wenig zu spät abhole, gibt die Verkäuferin noch mal Sahne drauf, denn der erste Schwung sei ja ganz zusammengefallen und „es gejht doch nix übo frische Sohne, nisch
Ein Kellner sagt zu einem Paar neben mir: „Wissen Sie schon was Se trinken wollen oder wollen Se erstmo in Ruhe ankommen?“ Die beiden sind unschlüssig. Er: „Och, gomm Se erstmo in Ruhe an, ich komm gleich nochmo!“
Und in dem Stil bewegt sich alles in der Stadt. Immer mit der Ruhe. Menschlichkeit ist Trumpf. Kinder werden angelächelt. Extrawünsche gerne erfüllt. Und Gespräche, ja dafür ist sowieso immer Zeit.
Rollentausch
Und all diese „anderen“ Väter! Das scheint ansteckend zu sein. Noch nie habe ich irgendwo solch ein Papa-Engagement gesehen wie dort. Selbst auf Postern (hier im Stadtteil-Laden) schlägt es sich nieder.
Was er da schiebt ist übrigens ein Gefährt, das man im Westen nicht sieht, hier aber zum Alltag gehört. Damit werden die Kleinstkinder aus den Kigas und Krippen geschoben bei Ausflügen. Die Dinger sind fast immer Marke Eigenbau und so alt wie Methusalem, aber immer noch treu im Einsatz. Auch S.s Kiga-Gruppe war immer mit so einem Teil unterwegs und drinnen saßen die Kinder, die noch nicht (gut) laufen können, denn manche Kinder kommen hier immer noch in den Kiga, bevor sie 1 Jahr sind. Die Kinder, die er da schiebt wären für so was allerdings schon zu alt.
Mittags machte ich meist ein Schläfchen. Oh wie wohl das tut, sich auszustrecken, den schmerzenden Rücken auf dem Heizkissen gebettet, das Zimmer abgedunkelt, die Füße von den Schuhen befreit, draußen plätschert der Brunnen und wieder singt die Amsel, direkt vor meinem Fenster. Ich schlafe sofort ein.
Nachmittags dann heißt es die geschundenen Füße wieder in die Schuhe quälen und nochmal in die Stadt.
Leipzig City
Ach, diese Häuser! Ich kann mich an ihnen nicht satt sehen. So schön!
Leipzig City2
Nach dem Verzehr eines leckeren (und ich brauche es wohl nicht extra zu erwähnen: veganen) Burgers, kehre ich bei Martin Hermeling in der Galerie ein. Mein Auftrag lautete ihm liebe Grüße von A. zu überbringen. Er war erfreut und total verwundert. Er führte mich umher und wir quatschten ne Weile über Kunst. Ich könnte ausstellen, wenn ich wollte dort, allerdings ist es teuer: 50 Euro die Wand. (Keine Ahnung, was sonst so üblich ist.) Die Galerie liegt in einer Passage, direkt an der Nikolaistraße. Eine gute Adresse. Aber ob man da was verkaufen kann? Er sagt, es kommen viele und er habe neulich ein Bild für 2500 Euro eines Bekannten verkauft. An einen Kunstkenner. (Ich bin skeptisch) Ich erzähle ihm, was ich so mache. Er: „Unglaublich kreative Ideen!“ Ich: „Ja, aber nichts, was irgendwie was einbringt.“ Er lacht. (Warum denke ich immer noch so? Warum glaube ich immer, ich müsse erklären, warum ich so erfolglos bin? Immer die Angst für eine bastelnde Hausfrau gehalten zu werden, die ein wenig hobbymäßig vor sich hin werkelt. Gruselig.)

Danach gehe ich nochmal in die Nikolaikirche. Die beiden Britinnen da zu treffen, war schön, aber ich brauche nochmal ein wenig Kontemplation.
Nikolaikirche
Ich liebe diesen Regenbogen-Engel. Wunderschön!
Überhaupt ist das eine der sympathischsten Kirchen.
Nikolaikirche2
Schlicht und schön und der bewußte Pfarrer Führer (ein etwas unglücklicher Name), der damals aktiv war, ein freundlicher Mensch und irgendwie in dieser Originalität auch ein echter Leipziger.
Schade, daß er tot ist (voriges Jahr gestorben), es wäre wunderbar gewesen, wenn er da so rumspaziert wäre. Enkelkind im Känguruhbeutel, Vegane Currywurst in der Hand, dann auf’s Rad steigend…
Nikolaikirche außen
Draußen dann genieße ich eine kühle Bionade an diesem besonders warmen Tag und lese in mein neues Buch rein, das ich in der Connewitzer erstanden habe. Ein Buch über Punks und alternatives Leben in Leipzig. Hochinteressant zu lesen und ein gutes Erinnerungsstück.
Haare auf Krawall
Wieder einmal erlebe ich dieses Wohlgefühl. Sanft ist alles, freundlich, altehrwürdig und ruhig. Ich habe das Gefühl, hier kann man zu sich selbst finden.
Am Hauptbahnhof ist wieder eins von vielen liebevoll gestylten Rädern.
One of many

Memories: Leipzig April 2015 (2)

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Am nächsten Tag, dem Dienstag, startete ich mit einer umfassenden Planung. Die KarLi wollte ich mir ansehen und danach noch die Karl-Heine-Straße in Plagwitz.
Tagesplanung

Erstmal zur KarLi. Dort ist weniger los, als erwartet. Ich hatte richtig interessante Geschäfte und Trubel erwartet, aber es ist eher Gastronomie und ansonsten wenig spannend, aber von guter Atmosphäre.
Iß wie früher

Hm, zwei Trends in einem? Radfahren und Hoolahoopen?
Seltsam
Aber warum sieht das Männchen so alarmiert aus?

Kein Kuchen
„Genau!“

KarLi
Das Bild vom grinsenden Jungen gibt es auch in Berlin.

Im Puschkin 3
Das Café Puschkin wurde sofort mein erklärter Liebling.
Im Puschkin 2

Hier kocht die Muddi mit
Der Vorteil an Leipzig: die Stadt ist nicht so laut und nicht so voll. Sie hat auch irgendwie weniger Verkehr als andere Städte- dafür mehr Fahrräder und ein absolut dicht ausgebautes Tramnetz. Das macht es angenehm und leiser und vor allem geruchsärmer. So kann man auch auf großen Straßen sehr gut draußen sitzen.
Im Puschkin 1
Die Kartoffelecken mit Sourcream sind ein Gedicht!

Dann nach Plagwitz raus. Das war früher ein verkommener Bezirk, vollkommen runtergewirtschaftet und ist heute eher Raum für Alternativkultur und wird zunehmend schöner. Da ich schon ziemlich erschöpft bin, fahre ich erstmal nur durch und beschließe ihn tagsdrauf näher zu erkunden.
Leipzig ist ein flußreiche und sehr grüne Stadt und auch hier kann man wunderbar an der „weißen Elster“ entlang fahren/gehen oder ein Boot mieten, sogar Gondeln. Und witzig, erst kommt ein schickes, teures Viertel, das Musikerviertel, sehr schöne Häuser, alles luxussaniert und plötzlich geht es ohne Vorwarnung in einen Stadtteil mit Graffitis und allerlei Kulturraum über.
Weil dies der Westen der Stadt ist, gibt es witzige Wortspiele, Veranstaltungen wie „Westpaket“ und „Westbesuch“ gehören zu den jährlichen Highlights.

Die Leipziger sind freundliche Menschen, menschlich irgendwie; ruhig, aber redselig, gemütlich, aber nicht spießig, urban, aber nicht schick.
Ich sah mehrere „Baumumarmer“, außerdem viele engagierte Väter, Menschen, die nach Alternativszene in den (westdeutschen) 80ern aussehen, so gut wie keine Tussen, wenig Hipster und glücklicherweise auch keine Skins (o.Ä.).
Die beiden hier auf dem Plakat sind für mich typisch: Er mit dem Baby, sie mit dem Rad. Ich wette, sie essen vegan.
Die beiden sind irgendwie typisch

Später dann erkunde ich die Stadt vom anderen Ende her.
Der Augustusplatz bietet schöne Gegensätze.
Am Augustusplatz 1
Einmal die Reste des real dahinvegetierenden Sozialismusses.

Dann wieder modernste Luxusfassaden auf Weltniveau!
Am Augustusplatz 2

Und weil das auch nicht fehlen darf: ein wenig schwülstige Romantik.
Am Augustusplatz 3

1989
Und immer wieder Oktober 1989.
Das war also hier, denke ich, HIER. Oft muß ich dann weinen, das geht sehr tief. Bin doch ein Berliner Kind, dessen Bewußtsein von klein auf war: Die Mauer, die Teilung Deutschlands, das Unrecht Menschen einzuschließen in einem Staat, der friedlich tut, aber eine brutale Diktatur ist usw. usw..
Mir wird bewußt, ich MUSSTE einmal nach Leipzig kommen. 25, 5 Jahre nach dem Mauerfall liegt es nun friedlich-freundlich in der Sonne und ich habe das Gefühl, sehr geborgen zu sein.
An den Dialekt gewöhnt man sich auch. Er erschien mir immer weniger häßlich.

Messepalast
Die Schrift typisch DDR, das Haus typisch Altes Leipzsch.
Leipzig damals
G. hat interessante Fotobücher, die ich mir alle mit Gewinn angesehen habe. Auf m/seinem Küchensofa. Urst gemütlich!
In der Lehmannschen Buchhandlung auf der Grimmaischen Straße nehme ich mir Zeit um ein wenig in Buchneuheiten reinzulesen.
Ich entdecke den tonnenschweren Salingerband. Das ist keine Biograhie im eigentlichen Sinne, sondern zwei Autoren haben aus Aussagen vom Umfeld Salingers, sowie Briefen, Militärakten, Tagebucheinträgen, Notizen versucht ein wertfreies und ausgewogenes Bild von dem scheuen und geheimnisvollen Schriftsteller zu verfassen.
Meine Geschichte zu Salinger ist die: Mein damaliger Freund (das war 1984) war absoluter Fan von ihm. Es kam an Heldenverehrung ran. Mir ist so was eher suspekt und so war ich innerlich auf Abstand. Ich las dennoch „den Fänger“, sowie die 9 Kurzgeschichten und „Franny und Zooey“. Einiges hatte sehr viel Charme. Ich liebte die Figur der Phoebe Weatherfield Caulfield (deswegen nannte ich auch meine Katze später so). Dennoch fand ich Holden irgendwie unreif und irgendwie zwar faszinierend, aber nicht wirklich berührend.
Später mußten wir das Buch im Englisch-LK durchackern. Neue Erkenntnisse gewann ich nicht. Außer dem Erstaunen, daß das Buch in Amiland zeitweise (gebietsweise) verboten war.
Immerhin schrieb ich mir das Gedicht von Robert Burns auf die letzte Seite des Buches. Mir erschien Holden Caulfield als ein typisches „Puer Aeternus“ Phänomen und die Feministin in mir fragte sich, was hat das mit meiner Wirklichkeit zu tun?
Als ich mich mit dem Tod von John Lennon und der Figur des Mark Chapman näher beschäftigte, fiel mir natürlich auf, daß auch er den „Catcher“ geradezu vergötterte. Defacto gab es in den USA gleich 3 Amokläufer/psychopathische Attentäter, die zur Antwort gaben: „Steht alles im Fänger“, als man sie nach dem warum fragte.
Dann vor etwa 10 Jahren entdeckte ich Joyce Maynard. Sie hatte damals eine Affäre mit Salinger, die sie in ihrem Buch „“Tanzstunden““ auf spannende und eindringliche Weise beschreibt. „Was für ein blöder Stiesel!“ war danach mein Gedanke.
Salinger hat sein ganzes Leben lang von seinem Erfolg des Buches profitiert und alle (und sich selber) dafür sein Leben lang gehaßt. Er zog sich vollkommen zurück, wurde Buddhist, hing einer etwas obskuren Ernährungslehre an und verschwand in der Welt seiner eigenen Buchfiguren. Er hat seit 1965 nie wieder etwas veröffentlicht.
Das alles ging mir jetzt durch den Kopf, als ich in das Buch reinlas. Und wie immer sprangen Engelchen und Teufelchen auf meiner Schulter rum: Kauf das doch!-Nein, zu teuer, zu schwer und du brauchst das nicht!
Ich verließ die Buchhandlung und ging weiter durch die Stadt.

Dame mit Eule, voll im Trend!
Im Trend
Meine Eule vermisse ich eher wenig, auch mein Kind eher nicht, eine Woche ist dazu zu kurz.

Geld
Gute Frage! Wenn schon betteln, dann wenigstens auch die Leute zum Lachen bringen.
Es gibt übrigens viele viele Schnorrer und Bettler in Leipzig, beinah mehr als in London hab ich das Gefühl. Ich führte meine Regel wieder ein: der erste, der mich fragt, kriegt was. Bei den anderen muß ich passen, sonst bin ich schnell blank.
Als ich am ersten Tag einem kleinen Punk was gebe und wir ins Gespräch kommen, erzähle ich, daß es mein erster Tag in Leipzig ist. Er sagt: „“Dann passen Se bloß auf, daß Se nich hierbleiben, so ging’s mir nämlich!““ Ich lachte darüber, aber schon am zweiten Tag weiß ich, was er meint.

Diese Figur zeigt die Zerrissenheit, nicht nur Leipzigs, sondern der Deutschen überhaupt: Die Faust der Revolution, der Hitlergruß.
Zerrissenheit
Immer noch viel zu aktuell. Auch wenn man „braunes Gesocks“ nicht sieht, es ist da. Viele viele Antifa-Sticker und –-plakate legen davon Zeugnis ab.
Fuck off racists and Co.

Aber irgendwie hab ich gerade wenig Lust, da tiefer einzusteigen. Ich mag mich verführen lassen von dem romantischen Leipzig und seiner Heimeligkeit.
Barfußgäßchen
Im Barfußgäßchen stoßen die Schirme aneinander, so daß man dort auch bei Regen sitzen könnte. Jede Art von Gastronomie ist dort, von der Pizzeria bis zum spießigen Weinlokal. Aber wie immer macht es wenig Spaß alleine dort zu sitzen, während alle anderen zu zweit oder zu mehreren lachen und plaudern.
Da geh ich lieber nach Hause auf mein Küchensofa und spreche des Tages Erlebnisse auf Band. Ich stellte fest, Salinger ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich suchte G.s Buchregale nach dem „Fänger“ ab, aber defacto hat er fast ausschließlich DDR-Literatur oder Klassiker.
Ich fand eigentlich nur drei sehr westliche Bücher: die Autobiographie von Wolfgang Niedecken (ausgerechnet!) und von Udo Lindenberg, sowie Kehlmanns „“Vermessung der Welt““.

Memories: Leipzig April 2015 (1)

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Auch dieser Eintrag, sowie die folgenden, sind sozusagen aus der Konserve. Im April 2015 fuhr ich für eine Woche nach Leipzig. Ich war noch nie dort gewesen und die Stadt überraschte mich sehr. Bis heute würde ich sagen, sie ist eine der schönsten Deutschlands.
Astoria
Ich hatte das Glück in einem der schönsten Viertel  zu wohnen.
The street
Das war meine Straße, der tägliche Weg zur Tram führte hier lang, er war glücklicherweise kurz, nur 300 m.
Außerdem wohnte ich in einem Gartenhaus. Die Gartenhäuser sind wirklich ganz eigenständige kleine Häuser in den Hinterhofgärten der hochherrschaftlichen Häuser vorne. Sie haben zwar keine Balkone, sind aber dafür still und ruhig gelegen, mit schönem Blick.

Leipziger Balkone
Die Balkone sind wirklich ein Traum! (Das war der Blick aus meinem Schlafzimmerfenster.) Mit einem Balkon wäre die Wohnung perfekt gewesen, aber sie war auch so ganz toll. Gemietet hatte ich sie vor allem deswegen, weil es dort eine so urgemütliche Küche gab, mit einem herrlichen Lesesofa, dazu unendlich viele Bücher. Ich konnte mir sofort vorstellen, dort zu sitzen und zu lesen und genauso kam es dann auch.

Jeder Tag begann mit Gedichten.
The day starts with poetry 1

Eva Strittmatter fand ich früher ziemlich nichtssagend und auch jetzt weiß ich noch nicht so ganz.
The day starts with poetry 2
Die Wohnung hatte einige ihrer Bücher und ich las mich ein wenig fest. Das Gedicht auf der rechten Seite mochte ich irgendwie, besonders die letzte Strophe.

Die Küche war –wie bereits erwähnt- bei mir als typischer Aufenthaltsort sehr beliebt, wegen dem Sofa vor dem Fenster mit Blick in die blühenden Bäume.
Mein Wohnungsüberlasser G hat es mit Lichtquellen, was ich sympathisch finde. Eine Wohnung gewinnt sehr durch Lampen.
Uriger Lampenschirm
Wenn ich alle zähle, die er hat komme ich auf 16 Stück. Dazu Kerzen und Teelichte.
Eine davon fand ich besonders apart, die mit dem Notenblatt-Lampenschirm. Ich holte sie mir in die Küche zu den 4 anderen und las in ihrem Schein, wenn es dämmerte.

FM in Leipzig
Erster Eindruck von der Stadt: urgemütlich, verspielt, romantisch, freundlich.
Und witzig:
Leipzig City
Hier wo mal alles begann, was heute noch wie ein Traum anmutet, wie ein Spuk, der nun vorbei ist.

Sticker
Drei Dinge sind für mich in Leipzig klassisch: 1. Fahrräder (eine ideale Stadt dafür: flach, gute Radwege, kleine, überschaubare Innenstadt) 2. Männer mit Baby im Känguruh-Tragetuch (habe noch nie so viele auf einen Haufen gesehen, auch Frauen, aber vor allem Väter) 3. Veganes Essen (ist in Berlin schon ein Hype, aber Leipzig treibt es noch auf die Spitze- ich liebe es, es macht mir das Leben einfach, ich kann überall was zu essen finden, die Zeiten, wo ich mich rechtfertigen mußte, weil ich kein Fleisch esse, sind lange vorbei und ich bin glücklich darüber, da ich mein ganzes Leben lang schon fleischlos lebe, habe ich lange Jahre endloser Diskussionen, bösen Spotts, mich ausgeschlossen fühlens und nicht wissen, was ich essen soll hinter mir. Nun liege ich voll im Trend. Yeah!)

Lieblingsort Leipzig: Vegan essen im Goodies
Ein Tip für leckeres veganes Essen ist das „Goodies“ auf der Nikolaistraße. Der Cheeseburger und die wechselnden Suppen sind für jeweils unter 5 Euro eine vollwertige Mahlzeit, viel, lecker und man sitzt gut dort. Wasser (in einer Karaffe mit Minze) ist umsonst.
Tomtensuppe

Pommes mit Currywurst? Klar, vegan! Auf der Hainstrasse besonders gut: Curry & Co.. Direkt hinter dem Brühl.
Curry & Co

Lieblingsort Leipzig Connewitzer Verlagsbuchhandlung
Nur die Connewitzer schwärmt noch vom Braten.
Die Buchhandlung ist allerliebst und sehr zu empfehlen. Klein, aber fein. Es gibt Bücher aus eigenem Verlag. Oben ist ein Sofa aus Büchern, auf dem man sitzen kann. Sehr ruhig dort und abseits vom Trubel.

One of my favs
Eines meiner Lieblingshäuser. Diese Tierköpfe!
Rauchwaren

Auch das gibt es noch in der Stadt, aber nicht mehr so oft. Das meiste ist saniert.
Hainstrasse

Die Dinge
„Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind.“

Leipzig mag es gerne antik.
Antik

Die allgegenwärtigen Passagen und Innenhöfe machen Leipzig aus.
Leipzig Inner City 3

Licht, luft und hell.
Leipzig Inner City 2

Sie sind nicht nur schön, sondern auch praktisch. Bei Regen gibt es immer einen Unterschlupf.
Leipzig Inner City 1

Leipzig Markt
Der Markt. Als dort wirklich Markt war, bildeten sich lange sozialistische WartegemeinschaftenSchlangen beim Beelitzer Spargel. Wie früher! Ach ja und das Sächsische ist fies, aber man gewöhnt sich dran.

Offen für alle. Das Motto bleibt.
Nikolaikirche
Die Kirche ist von innen sehr schön! Vor eben dieser traf ich zwei Britinnen, mit denen ich später essen ging. An jenem Tag traute ich mich noch nicht innen zu fotografieren, das machte ich dann beim zweiten Besuch.

Rund um die Kirche gibt es urige, verkramte Antiquariate.
Antiquarische Bücher
Die schönen Inselbücher!